Direkteinstieg

28.08.2007 Arzneimittel aus dem Drogeriemarkt

Die Apothekerverbände können nur entsetzt zusehen, wie ihr einstiges Monopol zusammen schrumpft: Die Drogeriekette dm steigt nach und nach in den Medikamentenhandel ein. Eine Testphase in acht rheinischen Filialen verlief erfolgreich, nun kommt die Erweiterung auf 80 Filialen in ganz NRW.

Der schnelle Erfolg war absehbar. Durch die Zusammenarbeit mit der niederländischen Versandapotheke Europa Apotheek Venlo können durch die wegfallende Preisbindung rezeptfreie Medikamente bis zu 40 Prozent günstiger, rezeptpflichtige Medikamente mindestens 2,50 Euro billiger abgegeben werden. Möglich wurde dies durch das endgültige Urteil des OVG Münster, dass keinen Verstoß gegen geltendes Apothekenrecht feststellen konnte.

Eines muss jedoch berücksichtigt werden: Der Drogeriemarkt fungiert allein als logistischer Dienstleister, es darf keine Beratung und kein aktiver Verkauf der Medikamente stattfinden. Im Prinzip funktioniert die Sache wie eine Fotobestellung: Der Drogeriemarkt bietet den Kunden die Möglichkeit, einen Auftrag zur Medikamentenlieferung zu erteilen. Die Lieferung erfolgt nach etwa drei Tagen, die Bezahlung erfolgt allerdings mittels Bankeinzug oder Überweisung.

Wenn Ihnen das zu anonym, umständlich oder langsam ist, sollten Sie weiterhin die prompte Lieferung und kompetente Beratung der Apotheke in Anspruch nehmen. Vor allem chronisch kranke Patienten mit regelmäßigen Bedarf an Medikamenten können von der Öffnung des Arzneimittel-Marktes profitieren.

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