Das deutsche Trinkwasser gilt, wenn es das Wasserwerk verlässt, als eine der am strengs-ten kontrollierten Flüssigkeiten überhaupt. Seine Reinheit steht der Qualität so mancher Edelwässerchen in nichts nach. Verunreinigung droht jedoch von anderer Seite: in der Umgebung der Wasserhähne.
Eine Grundregel lautet, dass stehendes Wasser seine Qualität einbüsst. Dies gilt auch für in der Leitung stehendes Wasser. Wer frisches Trinkwasser wünscht, sollte beim ersten Drehen des Wasserhahns am Morgen oder das so genannte Stagnationswasser etwa 3-5 Minuten lang ablaufen lassen. Wer höher wohnt oder länger außer Haus war, sollte noch ein paar Minuten Durchlaufen drauflegen. Damit Sie kein schlechtes Gewissen aufgrund der Wasserverschwendung bekommen, können Sie das Stagnationswasser zum Waschen oder Blumengießen verwenden.
Nicht regelmäßig gereinigte Wasserfilter, Perlatoren (Sieb der Armatur), Wasserkocher und Sprudelbereiter sind ebenfalls ein Grund für Verunreinigungen und mitunter ein Tummelplatz für gesundheitsschädliche Bakterien. Wenn Perlatoren durch Kalkrückstände verunreinigt sind, schraubt man sie am besten ab, und legt sie in warmes Essigwasser. Wasserkocher müssen regelmäßig entkalkt, Wasserfilter rechtzeitig ausgetauscht werden. Es gilt: nur eine regelmäßige gründliche Reinigung garantiert keimfreies Wasser.
Manche Altbauten leiten das Wasser noch durch Bleirohre, ein erwiesenermaßen giftiges Metall. Wer eine Schwermetallbelastung seines Trinkwassers befürchtet, kann bei der Stif-tung Warentest schon für unter 30 Euro einen Wassercheck machen, um auf Nummer sicher zu gehen.
Vor allem ältere und geschwächte Menschen, sowie Eltern von Säuglingen und Kleinkindern sollten im Zweifelsfalle ihr Trinkwasser einer gründlichen Prüfung unterziehen, um eventuelle Risiken zu erkennen oder auszuschließen.