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07.04.2008 Blaue Adern, weiße Flecken: Die neuen Lärmkarten sind da

Lärm ist nicht nur laut, sondern macht auch krank. Diese Erkenntnis allein ist keine Meldung mehr wert, doch vergeht von der Erkenntnis des Übels bis zu seiner Bekämpfung oft sehr viel Zeit. Bereits vor sechs Jahren verabschiedete das Europäische Parlament die „Richtlinie 2002/49/EG über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm“ („EU-Umgebungslärmrichtlinie“) – und jetzt ist es soweit: Die erste Phase der Lärmbekämpfung hat begonnen.

Damit hört der Radau in Innenstädten und an Autobahnen allerdings nicht sofort auf. Vielmehr geht es in Phase 1 der Richtlinie darum, die Belastung zu ermitteln und die Öffentlichkeit über das Ausmaß zu informieren. Mit anderen Worten: Der Lärm wird nicht neutralisiert, sondern nur analysiert, und das mit Hilfe von so genannten Lärmkarten.

In den letzten Jahren wurden in großen Ballungsräumen, an Hauptverkehrsadern und Flughäfen fleißig Daten gesammelt und zu strategischen Lärmkarten zusammen gestellt. Diese Karten sind deshalb strategisch, da in der zweiten Phase der Richtlinie aufgrund der Karten konkrete Lärmschutzmaßnahmen ausgearbeitet werden sollen. Der Zeitplan sieht bis zum 18. Juli 2008 konkrete Aktionspläne vor.

Und wie sieht es mit Ihrer Lärmbelastung aus? Einen dezidierten Einblick in die Lärmkarten für Nordrhein-Westfalen finden Sie im Internet unter www.umgebungslaerm.nrw.de. Dort können Sie nach der Eingabe seines Wohnorts und seiner Straße genau ersehen, wie hoch die Lärmbelastung ist. Wo es blau leuchtet, ist die Belastung besonders hoch. Eine Lärmkarte für ganz Deutschland finden Sie unter http://www.lärmkarte.de/.

Auffällig sind allerdings die vielen weißen Flecken in ländlichen Gebieten. Dort herrscht nicht etwa kein Lärm, sondern nur Datenmangel. Erst bis zum Ende des Jahres müssen die dort gesammelten Daten in die Lärmkarten eingetragen werden.
Vielleicht etwas unfair, aber durchaus verständlich: Die Städter dürfen etwas früher auf lärmstillende Maßnahmen hoffen.

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