Am 5. September 2008 ist deutscher Kopfschmerztag. Grund genug, sich mit der oft unterschätzten Volkskrankheit näher zu beschäftigen. Mediziner unterscheiden rund 200 verschiedene Kopfschmerzarten und vielfältige Ursachen: Stress, Schlafmangel, Verspannungen, Schwangerschaft sind nur einige davon. Medikamente helfen nicht immer. Die Krux: Bei zu häufigem Gebrauch können Medikamente sogar selbst Kopfschmerzen auslösen.
Etwa 70 Prozent aller Deutschen leiden unter Kopfschmerzen - gelegentlich oder häufig. Acht Millionen Menschen sind von chronischen Kopfschmerzen betroffen. Am häufigsten sind Migräne und Spannungskopfschmerz. Diese sind meist von kurzer Dauer, oft chronisch und treten in regelmäßigen Abständen auf. Die Betroffenen - überwiegend Frauen - müssen häufig eine Einschränkung ihrer Lebensqualität hinnehmen. Aber auch die Volkswirtschaft leidet: unter einer reduzierten Leistungsfähigkeit und dadurch verursachten Arbeitsausfällen.
Nur die wenigsten ziehen einen Arzt zu Rate. Der Griff zum eigenständig „verordneten“ freiverkäuflichen Medikament ist Alltag für die meisten Betroffenen. Dabei wissen sie oft nicht, dass ständig eingenommene Schmerzmittel zu einem Dauerkopfschmerz führen können. Hinzu kommt die ebenfalls unterschätzte Gefahr der Abhängigkeit.
Wer mehr als zehn Tage im Monat und länger als drei Tage nacheinander Schmerzmittel einnimmt, ist gefährdet an so genannten „medikamenteninduzierten“ Kopfschmerzen zu erkranken und im schlimmsten Fall abhängig zu werden. Ein Teufelskreis bahnt sich an: Die ständige Einnahme von Medikamenten verändert das Nervensystem: Schmerzinformationen werden nicht mehr gefiltert, sondern strömen ungehindert in das Bewusstsein. Die Folge ist ein Dauerkopfschmerz. Die Medikamente werden so selbst zu Schmerzauslösern.
In solchen Fällen ist eine Medikamentenpause für zwei bis acht Wochen notwendig, um die Kopfschmerzen langfristig in den Griff zu bekommen. Betroffene sollten sich hierbei Unterstützung durch einen Arzt holen, auch um den so genannten Absetzschmerz zu überwinden.
Wichtig: Die richtige Diagnose ist entscheidend für die erfolgreiche Behandlung und zur Vor-beugung von Kopfschmerzen – nur dann kann eine Therapie optimal abgestimmt werden.
Das können Sie jederzeit selbst gegen Kopfschmerzen tun:
- Ausgewogen ernähren
- Reichlich trinken
- An der frischen Luft unterwegs sein
- Einen geregelten Tagesablauf haben
- Regelmäßig schlafen
- Erholungspausen einlegen
- Alkohol und Nikotin nur in Maßen genießen
- Ausdauersport betreiben
- Entspannungstechniken einüben
Wer sich sportlich betätigt, sorgt dafür, dass sein Nervensystem besser durchblutet wird, die Sauerstoffversorgung steigt und körpereigene Schmerzabwehrstoffe aktiviert werden. Es eignen sich vor allem leichtes Gehen, entspanntes Laufen, Radfahren oder Schwimmen, um Migräneanfälle zu verhindern und Spannungskopfschmerzen zu lindern. In stressigen Zeiten helfen Entspannungsmethoden, wie autogenes Training, Yoga oder progressive Muskelentspannung. Der Griff zum selbst „verordneten“ Medikament sollte nur in Ausnahmefällen erfolgen.