Kindliche Schniefnasen, Husten und „Aua“ führen Eltern mit ihren Kleinen schnell zum Arzt. Hier gibt es dann oft Antibiotika, denn schnelle Hilfe ist angesagt. Das beruhigt Ärzte und Eltern – nützt den Kleinen aber nur wenig. Unnötig verordnete Antibiotika treiben lediglich die Kosten in die Höhe.
Gerade bei Kindern werden Antibiotika vielfach unnötig verordnet. Eine Infektion der oberen Atemwege oder eine Mittelohrentzündung, und schon wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Allerdings ohne Treffer, denn Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, gegen Viren richten sie nichts aus. Häufig sind Infektionen der oberen Atemwege aber durch Viren ausgelöst.
Nicht selten wird das „Aua“ der Kleinen dann noch durch Durchfall oder Übelkeit verstärkt. Die Erreger-Resistenz ist ebenfalls bedenklich. Im Ernstfall wirken Antibiotika dann unter Umständen nicht mehr. Bei einer Mittelohrentzündungen reicht beispielsweise die Einnahme von Schmerzmitteln, denn etwa vier Fünftel aller Mittelohrentzündungen heilen schnell von allein.
Viel hilft nicht immer viel. Gesundheitsexperten fordern ein Umdenken von Ärzten und Patienten bzw. von Eltern. So trainiert zum Beispiel ein Schnupfen das Immunsystem von Kindern. Kleinkinder handeln sich oft mehrmals hintereinander eine Erkältung ein – nicht selten bis zu zehnmal im Jahr. Das Immunsystem von Kindern hat gerade in den ersten Lebensjahren viel zu tun, denn es muss lernen, mit dem Ansturm von Viren und Keimen fertig zu werden. Mit jeder Erkältung lernt die Körperabwehr aber dazu, und das Kind wird nach und nach gegen viele Viren und Bakterien immun.
Eltern können dazu beitragen das Immunsystem ihrer Kleinen zu stärken: mit einem geregelten Tagesablauf, einer gesunden Ernährung, wenig Stress und viel Liebe. Antibiotika sollten dabei nur auf den hinteren Plätzen der Möglichkeiten rangieren.