So manche Kombination aus Labensmitteln und Medikamenten zieht unerwünschte Folgen nach sich – oder führt dazu, dass Medikamente ihre heilenden Effekte nicht entfalten können. Experten kennen bislang rund 300 Stoffe, die in Kombination mit bestimmten Nahrungsmitteln unerwartete Nebenwirkungen zeigen. Bekanntestes Beispiel ist sicherlich die ungünstige Wechselwirkung zwischen Antibiotika und Milchprodukten.
Das gehört nicht zusammen – ein Überblick:
Antibiotika und Milchprodukte
Wer Antibiotika gegen Infektionen der oberen Atemwege einnimmt, sollte auf Milch und Milchprodukte wie Käse, Quark und Joghurt verzichten. Diese sorgen dafür, dass das Antibiotikum ausgeschieden, und damit unwirksam wird. Daher sollten zwei Stunden vor und nach der Einnahme keine Milchprodukte verzehrt werden.
Antibiotika und Koffein
Wer Antibiotika gegen Blasen- und Niereninfektionen einnimmt, der sollte auf koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Cola oder schwarzen Tee verzichten. Das Koffein wird durch das Medikament schlechter abgebaut. Die Folgen sind Herzrasen und Schlafstörungen. Es empfiehlt sich, während der Medikamenteneinnahme komplett auf Koffein zu verzichten.
Schlafmittel und Grapefruitsaft
Durch einen in der Frucht enthaltenen Bitterstoff wird der Abbau des Arzneimittels gehemmt. Auch die Aufnahme des Wirkstoffes kann vermindert sein. Die Folgen können Kopfschmerz, Bluthochdruck und sogar Herzrhythmusstörungen sein. Statt einer ruhigen Nacht gibt es möglicherweise einen unerwünschten Vollrausch. Vorsicht, dieser Bitterstoff ist nicht nur in der Grapefruit, sondern auch in Äpfeln und Apfelsinen enthalten. Experten sprechen daher vom „Grapefruit-Effekt“. Es gilt: Zwei Stunden vor und nach der Einnahme auf Grapefruit und Co. verzichten!
Blutdrucksenkende Mittel und Grapefruitsaft
Durch den „Grapefruit-Effekt“ wird der Abbau des Medikaments verhindert. Die Blutdrucksenkende Wirkung wird verstärkt, so dass es zu Blutdruckabfall und Schwindel kommen kann. Am Besten sollte man während der Einnahme Grapefruit und Co. komplett entsagen.
Schmerzmittel und Ballaststoffe
Ballaststoffe hemmen die schmerzlindernde Wirkung z.B. von Kopfschmerztabletten. So kann ein harmloses Müsli verhindern, dass Kopfschmerzen - trotz Schmerztablette - vorübergehen. Auch Vollkornbrot und Hülsenfrüchte haben den gleichen Effekt. Daher sollte man zwei Stunden vor und nach der Einnahme auf ballaststoffreiche Lebensmittel verzichten.
Antidepressive und Käse
Viele Antidepressiva enthalten Tranylcypromin. Biogene Stoffe, wie sie in Käse, Salami oder Salzheringen, aber auch in Sojabohnen und Schokoladeneis enthalten sind, können durch die Wirkung des Tranylcypromins nicht mehr vom Körper abgebaut werden. Es kann dadurch zum Blutdruckanstieg, und im schlimmsten Falle zu einer Gehirnblutung kommen. Während der Einnahme (und 14 Tage im Anschluss an die Therapie) muss eine strenge Diät eingehalten werden.
Experten empfehlen bei der Einnahme von Medikamenten ganz auf riskante Lebensmittel zu verzichten. In jedem Fall sollte aber zumindest die Zwei-Stunden-Regel beherzigt werden. Diese besagt, dass man vor und nach der Medikamenten-Einnahme mindestens zwei Stunden auf die betreffenden Lebensmittel verzichten sollte. Gefährliche Kombinationen werden in der Regel im Beipackzettel aufgeführt. Zur Einnahme sollte man auf Leitungswasser zurückgreifen, denn damit liegt man auf jeden Fall richtig.