Die ungeliebten Parasiten werden mit den warmen Temperaturen aktiv und gehen auf Nahrungssuche. Diese finden Sie im Blut eines Wirtes – dabei machen sie keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier. Über einen Zecken-Biss können Krankheiten übertragen werden, am häufigsten die so genannte Borreliose, am gefährlichsten jedoch ist die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME).
Die Erreger beider Krankheiten werden über den Speichel der Zecke übertragen, besonders dann, wenn die Entfernung nicht fachgerecht erfolgt und der Kopf der Zecke in der Haut verbleibt. Daher ist es besser, nach einem Zeckenbiss immer einen Arzt zu konsultieren.
Eine Borreliose-Infektion, erkennbar an einer kreisrunden, rötlichen Verfärbung um die Biss-Stelle herum, kann erst Wochen oder Monate nach dem Biss ausbrechen. Die Symptome reichen von Gelenkschmerzen, Erschöpfungszuständen und Schwellungen bis hin zu Lähmungen. Nicht jeder Mediziner erkennt hinter den diffusen Symptomen die eigentliche Ursache, was der Krankheit zusätzlich Zeit verschafft, sich auszubreiten. Die Borreliose ist behandelbar, wird aber häufig nur schwer diagnostiziert.
FSME kann zu einer Hirnhaut-, Gehirn- oder Rückenmarksentzündung führen. Die FSME kann schwere Folgeschäden nach sich ziehen oder sogar tödlich enden. Da beruhigt es zumindest etwas, dass die FSME bei nur etwa zehn Prozent der Infizierten zu einem schweren Verlauf führt.
Das Robert-Koch-Institut (RKI) bietet eine Übersichtskarte der FSME-Risikogebiete in Deutschland als PDF.
So können Sie sich schützen:
- Tragen Sie auf Ihren Outdoor-Streifzügen entsprechende Kleidung: Lange Hemden und lange Hosen, so dass die Haut möglichst bedeckt bleibt. Stecken Sie die Hosenbeine in die Socken und schützen Sie Ihren Hals durch einen geschlossenen Kragen oder ein Tuch. Helle Kleidung hilft dabei die Zecken schnell zu entdecken.
- Hungrige Zecken befinden sich meistens in einer Höhe von einem bis anderthalb Metern auf Farnen, Gräsern und niedrigen Zweigen. Der Zeckenbefall erfolgt daher bei einem Erwachsenen zumeist in Beinhöhe. Von hier aus kriechen sie höher und beißen sich schließlich fest. Grundsätzlich bevorzugen diese Parasiten Stellen mit dünnen Hautpartien. Besonders begehrt sind die Hautpartien unter den Armen, zwischen den Beinen und den Kniekehlen.
- Nach dem Aufenthalt im Freien sollten Sie Körper und Kleidung gründlich nach Zecken absuchen, ein Biss ist nicht zwangsläufig schmerzhaft.
- Gegen die (FSME) rät das Robert-Koch Institut bei Aufenthalt in FSME-Risikogebieten auf jeden Fall zu einer Impfung.
Im Falle des Befalles:
- Haben Sie eine Zecke entdeckt, so muss diese schnellstmöglich entfernt werden. Die Infektionsgefahr steigt, je länger die Zecke im Körper verbleibt und Blut saugt. Zur Entfernung eignet sich besonders eine entsprechende Zeckenzange, die in jeder Apotheke erhältlich ist.
- Verzichten Sie auf Hausmittelchen wie Öl, Butter oder sonstige erstickende Substanzen. Auch Zerquetschen oder Zerdrücken ist nicht hilfreich. Verbleibt der Kopf in der Haut, so muss dieser unbedingt fachmännisch entfernt werden.
- Bei Verdacht einer Infektion sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Je frühzeitiger diese Bakterieninfektion entdeckt wird, umso besser kann sie mit Antibiotika bekämpft werden.