Um eines direkt klar zu stellen: Der menschliche Rücken ist für längeres Sitzen denkbar schlecht geeignet. Zum einen lässt die Bewegungsarmut die Gesamtmuskulatur erschlaffen, zum anderen ist die Rückenmuskulatur beim Sitzen ständig angespannt. Folge dieser ungünstigen Kombination sind die allbekannten Rückenschmerzen, unter denen 2/3 aller sitzend Berufstätigen häufig oder ständig leiden. Kommen Stress und schlechte Übersicht am Arbeitsplatz hinzu, verschlimmern sich die Beschwerden. Doch was können Sie tun, um Rückenschmerzen zu lindern oder zu vermeiden?
Gesundes Sitzen beginnt mit dem richtigen Stuhl. Ein gesunder Arbeitsstuhl muss ergonomisch, sprich auf die jeweilige Anatomie seines ‚Besitzers` einstellbar sein. Ein Drehstuhl, der beim Probesitzen bequem erscheint, sich jedoch nur in der Höhe verstellen lässt, taugt nicht. Wer sicher gehen will, sollte sich vor dem Kauf gut informieren oder gleich fachkundig beraten lassen. Ein weiteres Indiz für gutes Sitzen sind Prüfsiegel, die die ergonomischen Eigenschaften bestätigen. Das so genannte TCO’04 Furniture ist das zurzeit wohl anspruchsvollste Qualitätssiegel für Büromöbel, das nicht nur ergonomische, sondern auch ökologische Qualität garantiert. Ein guter Bürodrehstuhl ist mit Sicherheit nicht billig, sollte aber als Investition in die eigene Gesunderhaltung betrachtet werden.
Der beste und teuerste Stuhl bringt auf Dauer wenig, wenn man falsch darauf sitzt. Für richtiges, ergonomisches Sitzen gelten folgende Faustregeln:
- Stellen Sie die Sitzhöhe so ein, dass Sie aufrecht sitzen und Unterarme sowie Oberschenkel im rechten Winkel zur Körperachse stehen.
- Nutzen Sie die gesamte Sitzfläche, sodass mindestens 2/3 der Oberschenkel gestützt werden.
- Vermeiden Sie einen Rundrücken, indem Sie das Becken leicht nach vorne kippen. Der Rücken sollte dabei im unteren und mittleren Bereich durch die Rückenlehne gestützt werden.
- Sitzen Sie dynamisch! Mal zurückgelehnt, mal aufrecht, mal nach vorne gebeugt. Arbeiten Sie phasenweise im Stehen, sofern möglich. Machen Sie regelmäßige Bewegungspausen.
- Nutzen Sie Armlehnen, Handballenauflagen und Fußstützen. Diese sinnvollen Extras entlasten zusätzlich die Schulter-, Nacken- und Beinmuskulatur.
Neben dem Rücken werden vor allem auch die Augen bei der heute durchgängig EDV-gestützten Schreibtischarbeit gefordert. Wer bei der Bildschirmarbeit ständig durch Reflexe oder Blendungen gestört wird, reagiert mit Nervosität, Müdigkeit sowie Kopf- und Augenschmerzen. Ein paar Maßnahmen bei der Gestaltung des Arbeitsplatzes können da sehr hilfreich sein:
- Mobiliar und Arbeitsflächen sollten nur matt glänzende Oberflächen aufweisen.
- Ein Monitor sollte immer so aufgestellt werden, dass Licht parallel zur Blickrichtung einfällt.
- Sowohl die Deckenbeleuchtung, als auch die Schreibtischlampe sollten nur indirektes und gleichmäßiges Licht ausstrahlen.
- Ein Fensterplatz sollte mindestens 60cm Abstand zwischen Monitor und Fenster lassen.
Dank der seit 1996 gültigen Bildschirmarbeitsverordnung sind die genannten Maßnahmen in den meisten Büros Standard. Wer sein privates Büro einrichtet, sollte beim Möbelkauf und anschließendem Einrichten jedoch darauf achten und eine rein auf ästhetische Gesichtspunkte beschränkte Perspektive überdenken. Ihr Wohlbefinden – und damit auch Ihre Arbeitskraft – werden es Ihnen danken!