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Vorurteile bestimmen das Verhältnis zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten

25.08.2009 Vorurteile bestimmen das Verhältnis zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten

Ein angespanntes Verhältnis zu Vorgesetzten basiert vielfach auf Vorurteilen. Dadurch nehmen Mitarbeiter nur jene Informationen wahr, die in ihr vorgefasstes, negatives Bild passen. Diese selektive Wahrnehmung führt dann zu Missverständnissen und Konflikten.

Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler vom IMD in Lausanne in einer aktuellen Studie, in der sie Interviews mit Mitarbeitern und ihren Vorgesetzten sowie zahlreiche Gruppengespräche führten. Sie betonen, dass viele problematische Beziehungen und Konflikte dadurch entstehen, dass Mitarbeiter gegenüber Vorgesetzten Vorurteile mitbringen und sie ihre Wahrnehmung einseitig ausrichten, so dass Vorurteile bestätigt und ihre negative Einstellung verstärkt wird. Bereits in den ersten fünf Tagen entscheidet sich, was Mitarbeiter von einem neuen Vorgesetzten halten.

Die Wissenschaftler kritisieren zudem, dass die zahlreichen Ratgeber zur Verbesserung der Beziehung zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern davon ausgehen, dass Mitarbeiter vernünftige und leistungsbereite Menschen sind. Aspekte der selektiven Wahrnehmung und Vorurteile blenden sie aus. Berücksichtigt man diese bei der Entwirrung der Beziehungsgeflechte, so zeigt sich, dass es vor allem die Mitarbeiter sind, die es ihren Vorgesetzten schwer machen, gute Vorgesetzte zu sein.

Jeder neue Vorgesetzte erzeugt bei seinen Mitarbeitern erst einmal Furcht und Vorbehalte, die meist aus früheren Erfahrungen resultieren. Die Mitarbeiter fragen sich:

  • Wie lange wird der neue Chef bleiben? 
  • Ist er zugänglich? 
  • Hört er mir zu? 
  • Ist er in seinem Verhalten konsistent? 
  • Gibt er ein klares Bild von seinen Ansprüchen und Anforderungen?

Der erste Eindruck zählt: Was Mitarbeiter in den ersten fünf Tagen von einem neuen Vorgesetzten halten, prägt ihre nachfolgende Beziehung maßgeblich. Mitarbeiter verhalten sich gegenüber ihrem Vorgesetzten so, wie sie es aufgrund des ersten Eindrucks für angemessen halten. Ein Teufelskreis bahnt sich an: Der Vorgesetzte wird immer mehr zu dem Vorgesetzten, den die Mitarbeiter sich vorgestellt haben.

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