Die Meldungen über Jugendliche, die sich am Wochenende ‚ins Koma saufen‘, reißen nicht ab. „Kampftrinken“ und „Komasaufen“ sind unter Teenagern schwer angesagt. In den vergangenen fünf Jahren hat sich in Deutschland die Zahl der Krankenhausaufnahmen von Jugendlichen mit Alkoholvergiftung fast verdoppelt. Angesichts solcher neuen ‚Freizeitbeschäftigungen‘ geraten Eltern zu Recht in Panik. Was können sie tun, um ihre Kinder vom wochenendlichen Vollrausch abzuhalten?
Experten empfehlen, die Jugendlichen in die Sorgen der Eltern einzubeziehen und mit ihnen über die Gefahren des Alkohols und einer möglichen Alkoholvergiftung zu reden. Die Erfahrungen zeigen, dass Jugendliche das Risiko des Alkoholkonsums häufig unterschätzen. Zudem werden sie meist sehr viel schneller betrunken als Erwachsene. Denn die Leber der Heranwachsenden kann den Alkohol nur bedingt abbauen. Außerdem trinken sie oft große Mengen in kürzester Zeit.
Bedenken Sie: Heimlichkeiten und Aktionen hinter dem Rücken der Jugendlichen wirken sich eher kontraproduktiv aus. Betroffene Familien sollten sich Hilfe in Beratungsstellen suchen. Kompetente Hilfe bieten die kommunalen Stellen für Suchtprävention an. Adressen und Beratung vermittelt zum Beispiel das örtliche Gesundheits- und Jugendamt. Unterstützung finden Eltern und Jugendliche auch im Internet unter: www.bist-du-staerker-als-alkohol.de
Stoßen Eltern an ihre Grenzen, können auch andere Vertrauenspersonen, die das Kind gut kennt, als Gesprächspartner hinzugewonnen werden. In Frage kommen etwa Freunde, Tanten, Onkel oder aber auch ein Vertrauens- oder Lieblingslehrer.
Vereinbaren Sie als Eltern eindeutige Regeln mit Ihren Kindern und achten Sie auf deren Einhaltung. Mit Teenagern sollten Sie vor allem Folgendes festlegen:
- Wann (klare Uhrzeit) Ihr Kind Zuhause sein muss.
- Dass die Erreichbarkeit über das Handy Pflicht ist.
- Versprechen Sie, dass Sie keine spontanen Kontrollanrufe tätigen, sondern nur zu einer fest vereinbarten Uhrzeit anrufen werden.
- Der Heimweg wird von Anfang an festgelegt, zum Beispiel durch eine Abholung, die Benutzung eines bestimmten Busses oder die Nutzung eines Taxis.
- Scheuen Sie sich nicht in gefährlichen Situationen ein klares „Nein!“ auszusprechen.