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Mückenstiche: Schlaflos im Paradies

Sie sind winzig, sie leben dort, wo es auch Menschen gut gefällt, sie werden am Abend munter, und sie können den ganzen Urlaub verderben: Stechmücken. In vielen Urlaubsländern verursachen die Blutsauger nur schlaflose Nächte und hinterlassen juckende Einstiche. In den Tropen können sie aber auch gefährliche Krankheiten übertragen, zum Beispiel Malaria, Gelbfieber oder Dengue-Fieber. Bevor Sie in ein solches Land reisen, sollten Sie sich tropenmedizinisch beraten lassen. Gegen Malaria kann man mit Medikamenten vorbeugen, gegen Gelbfieber gibt es eine Impfung, gegen viele andere Krankheiten hilft aber nur eines: Man muss vermeiden, von Mücken gestochen zu werden. Das ist gar nicht so schwierig, wie oft vermutet wird. Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu schützen.

Verhalten
Wenn es dämmert, werden die Moskitos aktiv. Verlassen Sie Orte in der Nähe von typischen Moskitolebensräumen, wie Seen oder Tümpel, bevor es beginnt, dunkel zu werden. Sichern Sie Ihre Wohnräume durch Fliegengitter und -türen, bevor es Abend wird.

Kleidung
Schutz bietet nur Kleidung, die so dick oder dicht ist, dass der Stechrüssel einer Mücke nicht durch sie hindurch dringen kann. Viele Hemden und T-Shirts erfüllen diese Bedingung nicht. In Fachgeschäften für Reisebedarf gibt es mückensichere Kleidung, lassen Sie sich beraten. Tragen Sie lange Hosen und lange Ärmel. Achten Sie auf insektensichere Socken; weil fast alle Socken sehr dünn sind, sind Stiche an den Knöcheln besonders häufig. Eine Alternative zu Wintersocken im Sommerurlaub bieten hohe Schuhe oder Stiefel. Sie können auch die Hose in die Socken stecken – sieht nicht sehr schön aus, hilft aber gut.
Dunkle Kleidung lockt die Insekten an, tragen Sie darum möglichst helle Sachen. Die Kleidung sollte so viel Haut wie möglich bedecken, die restlichen Hautflächen sollten mit einem Insektenschutzmittel eingerieben werden.

Mückenschutzmittel
Mückenschutzmittel töten die Mücken nicht, sie hindern die Insekten nur daran, näher zu kommen und sich auf die Haut zu setzen. Darum werden diese Substanzen auch Repellents genannt, von lateinisch „repellere” zurücktreiben, abweisen, zurückstoßen.

Es sind verschiedene Präparate im Handel, die unterschiedliche Wirkstoffe enthalten. Die Mückenschutzmittel wirken nur dort, wo sie sorgfältig auf die Haut aufgetragen werden. Schon einen Zentimeter neben einer eingecremten Hautfläche stechen die Mücken wieder. Die Dauer der Wirkung hängt von vielen Faktoren ab, z.B. Schweiß, Wasser und Wind. Die meisten Mückenschutzmittel müssen nach einigen Stunden erneut aufgetragen werden.

Neben Repellents mit synthetisch hergestellten Wirkstoffen sind auch pflanzliche Insektenschutzmittel auf dem Markt. Ihre Schutzwirkung ist aber fast immer geringer. In Gegenden, in denen Mücken ernste Krankheiten übertragen können, sollte man sich darum nicht allein auf pflanzliche Präparate verlassen.
Moskitonetze

Mückennetze können nächtliche Überfälle von Stechmücken zuverlässig vermeiden. Sie schützen dadurch nicht nur vor Krankheiten, sondern sorgen auch für einen erholsamen Schlaf. Die Maschengröße der Netze sollte zwischen 1,2 und 1,5 Millimeter liegen. Dadurch werden die Mücken aufgehalten, aber die Luft kann noch gut zirkulieren. Achten Sie darauf, dass Ihr Moskitonetz wirklich dicht ist, Mücken finden jedes Loch. Besonders sicher sind Netze, die nicht auf dem Boden liegen, sondern unter die Matratze gesteckt werden. Das Netz muss so groß sein, dass es Sie nicht berührt; dort wo es auf Ihrer Haut liegt, sind Sie nicht geschützt. Kaufen Sie sicherheitshalber immer ein sehr großes Netz. Falls Sie in ein Malariagebiet reisen, sollten Sie Ihr Netz mit einem Insektizid imprägnieren. Dadurch können Sie die Schutzwirkung noch verbessern. Imprägnierte Netze schützen außerdem auch gegen die Sandfliege. Dieses Insekt saugt nach einem schmerzhaften Biss Blut und kann ebenfalls Krankheiten übertragen. Es ist so klein, dass es von normalen Netzen nicht zurückgehalten wird.

Insektizide
Um Stechmücken zu töten, werden heute hauptsächlich die so genannten Pyrethroide eingesetzt. Das sind Wirkstoffe aus Chrysanthemen, die industriell produziert werden. Pyrethroide lähmen das Nervensystem von Insekten und sollen keine Wirkung auf den Menschen haben. Sie sind zum Beispiel in kleinen Verdampfern enthalten, die in die Steckdose gesteckt werden können. In tropischen Gegenden sind so genannte Mückenspiralen verbreitet. Sie werden angezündet und setzen mehrere Stunden lang kontinuierlich geringe Mengen des Wirkstoffes frei. Pyrethroide eignen sich auch, um Kleidungsstücke oder Moskitonetze zu imprägnieren.

In Kombination mit anderen Maßnahmen ermöglicht der Einsatz von Insektiziden, Moskitostiche weitgehend zu verhindern. Man muss im Einzelfall abwägen, ob man sich diesen Giftstoffen aussetzen möchte. Wo die Wahrscheinlichkeit groß ist, von Mücken mit einer gefährlichen Krankheit infiziert zu werden, sind Insektizide das weitaus kleinere Übel. Beim Urlaub am Mittelmeer oder in Mecklenburg-Vorpommern kann man dagegen auf „chemische Keulen“ gegen die Mückenplage verzichten.

© 2005, Wissen Media Verlag GmbH, Gütersloh/München

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