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Wie klimaneutral sind Sie?

02.09.2009 Wie klimaneutral sind Sie?

Endlich kommt auch bei den schärfsten Kritikern an, dass die Erderwärmung nicht nur ein propagandistisches Medienspektakel technikfeindlicher Fundamentalisten, sondern längst traurige Realität ist. Auch die Rolle des Menschen als maßgeblicher Verusrsacher wird nur noch von einigen Hartgesottenen bestritten. Bereits heute ist der Klimawandel eine der Hauptursachen von Naturkatastrophen, wie beispielsweise Hochwasser und Trockenperioden.

Auf so genannten Klimakonferenzen beratschlagen die Verantwortlichen der Weltgemeinschaft darüber, wie man den globalen Hitzestau aufhalten kann. Herausgekommen ist ein Begriff, der den Spagat zwischen ökologischen und ökonomischen Interessen deutlich macht: Klimaneutralität. Doch was verbirgt sich dahinter?

Zunächst einmal: Wirklich klimaneutral können wir uns nicht verhalten. Wenn wir etwas produzieren, uns fortbewegen oder konsumieren, erzeugen wir in den meisten Fällen Kohlendioxid. Klimaneutralität funktioniert mit einem Tauschtrick: CO2-Emissionen, die an einer Stelle erzeugt werden, werden durch die Einsparung der gleichen Emissionsmenge an anderer Stelle ausgeglichen, sprich neutralisiert. Global gesehen ist es nämlich egal, wo Emissionen entstehen bzw. nicht entstehen – unter dem Strich sollen sie möglichst reduziert werden.

Wenn Sie beispielsweise das Angebot einer Fluggesellschaft, klimaneutral von A nach B zu fliegen, wahrnehmen, heißt das nicht, dass Sie emissionsfrei fliegen. Vielmehr wird die von Ihnen mitproduzierte Menge CO2 an anderer Stelle beispielsweise durch den Bau von Solaranlagen vermieden – oder im Fachjargon: kompensiert. Ihr finanzieller Beitrag als ‚Klimazuschlag` macht’s möglich. Durch dieses Prinzip werden auch klimaschädliche Unternehmen in die Lage versetzt, aktiv am Klimaschutz teilzunehmen.

Als Währung auf dem CO2-Tauschmarkt gelten die so genannten Emissionsminderungszertifikate. Wer in den Klimaschutz investiert, erhält pro Tonne eingesparten Kohlendioxids ein Zertifikat. Wer nun befürchtet, dass mit den Zertifikaten ein reger CO2-Ablasshandel betrieben wird – der Klimakiller daheim wird mittels anderswo erworbener Zertifikate neutralisiert – darf beruhigt sein: Erworbene Zertifikate werden nicht als Verschmutzungserlaubnis missbraucht, sondern ‚stillgelegt`, sprich vom Markt genommen.

Für den Verbraucher lohnt es sich daher auf klimaneutrale Produkte und Dienstleistungen zu achten. Eines sollte jedoch klar sein: Die beste Klimaneutralität ist nicht Kompensation, sondern der sparsame Umgang mit Energie und Ressourcen.  

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