So nehmen Sie Einfluss auf die Beiträge in der PKV
Der Beitrag in der privaten Krankenversicherung ist so kalkuliert, dass es allein durch das Älterwerden der Versicherten niemals zu Beitragserhöhungen kommen kann (sofern eine Rückstellung für das Alter gebildet wird, was bei den meisten Versicherern zutrifft). Das heißt: Gäbe es keine Kostensteigerung bliebe der Beitrag über die gesamte Vertragslaufzeit gleich.
Wo liegen aber die eigentlichen Ursachen für Beitragserhöhungen in der privaten Krankenversicherung?
Ein wesentlicher Grund liegt in der Kostensteigerung im Gesundheitswesen (z. B. steigende Liquidationen von Ärzten, Preiserhöhungen bei Medikamenten, Anhebung der Krankenhauspflegesätze). Daneben spielt natürlich der medizinische Fortschritt und das zunehmende Gesundheitsbewusstsein eine wichtige Rolle. Als erfreuliches Resultat ergibt sich: Die Menschen werden immer älter!
In der privaten Krankenversicherung bleibt das einmal gegebene Leistungsversprechen immer gleich. Die Folge: Weil niemand mehr ausgeben kann, als er einnimmt, müssen von Zeit zu Zeit die Beiträge erhöht werden.
Alle diese Ursachen betreffen auch die gesetzliche Krankenversicherung, wobei es hier jedoch nicht nur zu Beitragserhöhungen, sondern auch zu Leistungskürzungen kommt. Doch das Hauptproblem, das sich darüber hinaus für die gesetzliche Krankenversicherung stellt, liegt darin, dass es künftig immer mehr Rentner aber immer weniger Erwerbstätige geben wird.
Das bedeutet: Immer mehr Leistungsausgaben werden immer weniger Beitragseinnahmen gegenüber stehen.
Das Problem der sich ändernden Altersstruktur kennt die private Krankenversicherung - wie eingangs geschildert - nicht.
| Was kann man als Einzelner tun, um seinen Beitrag zu beeinflussen? |
Da der Beitrag unter Anderem abhängig ist von den gewählten Leistungen, können Sie durch die individuelle Wahl des Versicherungsschutzes die Beitragshöhe mitbestimmen. Allein die Vereinbarung eines Beitrag sparenden Selbstbehaltes bietet oft schon einen wirkungsvollen Ansatz.
Sind Sie älter als 60 Jahre?
Dann zeigen Ihnen die Versicherer bei einer Beitragserhöhung Alternativen des Versicherungsschutzes auf, um die Beitragserhöhung zu "umgehen". Beachten Sie dabei aber, dass bei einer späteren Erhöhung des Versicherungsschutzes (auch Wegfall einer Selbstbeteiligung) eine erneute Gesundheitsprüfung erfolgt.
Durch die Vereinbarung von Selbstbeteiligungen können Sie Beiträge sparen.
Vereinbaren Sie Selbstbehalte, zahlen Sie den vereinbarten Anteil an den Krankheitskosten selbst. Das hat den Vorteil, dass sich damit häufig erhebliche Beitragsersparnisse ergeben.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Selbstbeteiligungen zu vereinbaren. Viele Versicherer bieten absolute und/oder prozentuale Selbstbeteiligungen an.
Bei der absoluten Selbstbeteiligung wird ein Festbetrag vereinbart, den der Versicherte im Leistungsfall maximal selber tragen muss. Nehmen Sie keine Leistungen in Anspruch, ist die Beitragsersparnis noch größer, weil die Selbstbeteiligung auch nicht zu zahlen ist.
Bleiben die Rechnungen im Rahmen des Selbstbehaltes, besteht weiterhin Anspruch auf Beitragsrückerstattung
Die prozentuale Selbstbeteiligung kann ohne Festlegung auf einen Höchstbetrags zu einem für Sie nicht kalkulierbaren Risiko werden. Bei einer 20%igen Selbstbeteiligung müssen sie somit immer 20% der Kosten tragen. Bei 100.000 Euro Kosten beträgt Ihre Selbstbeteiligung somit 20.000 Euro. Viele Versicherer haben dieses unkalkulierbare Risiko für die Versicherten erkannt und bieten deshalb prozentuale Selbstbeteiligungen in Verbindung mit Höchstgrenzen an, z.B. 20%, aber max. 1.500 Euro Selbstbeteiligung.
Erkundigen Sie sich bei Ihrem Versicherer, welche Selbstbeteiligungen angeboten werden.